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Rute, Rolle und künstliche Insekten
Die Kyll ist beliebt unter Fliegenfischern. Zum ersten "Eifeler Fly Fishing Meeting" sind am Wochenende rund 350 Freunde der Fliegenfischerei in Birresborn zusammengekommen.
Birresborn. Sie stehen oft an oder in der Kyll und werfen mit elegantem Schwung ihre Leinen aus: Fliegenfischer. Zum ersten internationalen Treffen ihrer Zunft sind rund 350 dieser Spezialisten unter den Anglern nach Birresborn gekommen. Aus den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und aus deutschen Regionen waren sie angereist, um mehr über ihren Sport zu erfahren.
 
Die Initiatoren Rolf Renell und Hans Herrmann Grewe aus Birresborn hatten ein umfangreiches Programm zusammengestellt. Neben Verkaufsständen für Ruten, Rollen und anderes Zubehör demonstrierten Spezialisten am Kyllufer verschiedene Wurftechniken. "Es kommt nicht auf Kraft an, sondern auf ein harmonisches Miteinander von Geist, Sinnen und Muskulatur", erklärt Rolf Renell. Seit mehr als zehn Jahren bietet er Kurse für Fliegenfischer an, vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen. Dabei arbeitet er eng zusammen mit Hans Herrmann Grewe und dessen Hotel "Kleine Villa am Turm".
 
"Fliegenfischer machen mittlerweile den Großteil unserer Gäste aus", betont Grewe. Nach seiner Schätzung gehen jährlich bis zu 4000 Übernachtungen im Gerolsteiner Land auf das Konto der Angelspezialisten. Damit weder die Kyll noch der Oosbach überfischt werden, lenkt Grewe die Fischer zu ausgewiesenen Angelplätzen. Dabei arbeitet er eng mit den Touristik-Fachleuten der TW Gerolsteiner Land zusammen.
 
Insekten aus Garn und Federn

 

 Die Kunst des Fliegenbindens haben beim ersten Fliegenfischertreffen in Birresborn

rund 20 Fliegenfischer vorgeführt, von links: Bert Brenders, Roland Maus und Frank de Roeck. TV-Foto: Alwin Ixfeld
 


"Unser Angeln ist auch sportlich zu verstehen, wir gehen ja oft kilometerweit durch die Gewässer", sagt Wolfgang Wagner. Der gebürtige Saarländer lebt in Sinspelt, zwischen Bitburg und Vianden gelegen, und fischt bei internationalen Wettbewerben für das luxemburgische Nationalteam. "Wir nehmen die Natur um uns herum ganz genau wahr, ob das Eisvögel sind, Wasseramseln oder Insekten am Wasser", sagt Wagner. Weil Forellen, Barben oder Äschen sich davon ernähren, müssen die künstlichen Fliegen der Fischer dem Nahrungsangebot der Fische ähneln.
 
Kein Wunder, dass die Stände der Fliegenbauer, die im Hotel "Zur Krone" ihr Können zeigten, stark besucht wurden. Mit dabei auch der deutsche Meister im Binden von Trockenfliegen, Werner Becker aus dem saarländischen Saarlouis. Fasziniert schauten die Besucher dem 57Jährigen und seinen Kollegen zu, wenn aus Haken, Bindegarn, bunten Federn oder Schaumstoffen fast echt aussehende Insekten entstanden. Auffallend war der geringe Anteil von Frauen unter den Gästen. "In Deutschland sind mehr als 90 Prozent der Fliegenfischer Männer ab 45 Jahren", erklärte Fachmann Rolf Renell und ergänzte: "Dabei gehen Frauen meist viel gefühlvoller beim Werfen vor." Vehement wehrten sich Renell und seine Kollegen gegen das Vorurteil, Fliegenfischen sei ein elitärer Sport. "Natürlich kann man, wie bei jedem Hobby, viel Geld dafür ausgeben, aber es genügen eine ordentliche Rute, eine Rolle, ein paar Fliegen und viel Üben."